Hier ist der Bär los

Inzwischen haben wir hier schon mehr Tiere gesehen, als im Tierpark Gettorf so leben. Höhepunkt bisher waren die Begegnungen mit Braunbären, und das gleich an zwei Tagen in verschiedenen Nationalparks. Vor Jahren hatte ich mal im Yosemite Park ein Auto gesehen, dass von einem Bären wegen des Geruchs eines leeren Pizzakartons auf dem Rücksitz zerstört worden war und nachts einen Mann gehört und fand das schon aufregend genug. Trotz der ganzen Warnschilder und Vorsichtsmaßnahmen auf den Campingplätzen, die gesetzlich vorschreiben, alle Lebensmittel und andere stark riechenden Produkte wie Kosmetika und – ja – Kindersitze (die vermutlich am stärksten mit Lebensmittelresten kontaminierten Gegenstände auf der Welt) in spezielle bärensichere Container zu packen, damit die Tiere sich nicht an nicht artgerechtes Essen gewöhnen und sich einfach ’ne Packung Butterkekse statt ’nem Fisch zu holen, hatte ich nicht mit einer Begegnung gerechnet.
Doch bei einer kleinem Wanderung Sequoia Park zum General Sherman Tree, dem ältesten lebenden Baum der Welt (2500 Jahre) spazierte eine Bärenmutter mit ihren beiden Babys seelenruhig an den vielen Menschen auf diesem Weg vorbei und verschwand im Wald. Super, Erlebnis fürs Leben, dachten wir. Aber am nächsten Tag kam es noch besser:
Da hatten wir im King’s Canyon Nationalpark ein Treffen mit einem Bären ganz für uns alleine. Als wir morgens zu einer Badestelle am King’s River gingen und wir im Freibad unsere Handtücher ausbreiteten, sahen wir im Fluss einen Bären baden und mit einem vorbeifließenden Baumstamm spielen. Scheiße, ich hatte noch Kekse im Rucksack! Aber er hatte null Interesse und verdrückte sich nach seiner Morgentoilette.
Wir waren total beeindruckt und hoffen, dass Kolja, wenn er in 20 Jahren noch irgendwelche Erinnerungen an diese Reise hat, es dieses Erlebnis ist.

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