Beim K.O.A. In San Diego bedeutet „economy tent site“, dass man unter der Autobahn nach Tijuana schlafen tut. Anja will ab jetzt unter einer Autobahn wohnen, sie hat super geschlafen und meint das wäre für sie wie ein „weißes Rauschen“. Ich war die ganze Nacht wach. Es kann auch am „Seattles Best“ Level 5 halben Liter Kaffee liegen, den ich bei unserem letzten TankstellenStopp getrunken habe. Das würde aber meine Behauptung das Kaffee keine Wirkung mehr auf mich macht außer Kraft setzen.
Monat: Juni 2014
Long Beach
Peace Garden
Ronald Reagan Library
Ventura Beach
Kragle

Leute, die den LEGO-Film gesehen haben, werden es wissen: Kragle ist die gefährlich Waffe, mit denen die Bösen alles auslöschen wollen und entpuppt sich (Achtung Spoiler) am Ende als der Sekundenkleber Krazy Glue, den es hier wirklich überall gibt. Das Zeug ist wirklich gefährlich: Beim Versuch, die versiegelte Spitze mangels Schere abzubeißen, habe ich es geschafft, mir die Zunge an den Gaumen zu kleben. Wusste gar nicht, dass das geht. Hielt glücklicherweise nicht lange.
Purlsoho
„Hi! Can I take a picture of you? I’m a famous blogger from Hamburg, Germany. Oh, there was a famous blogger from Hamburg, who designes fabrics too, a few weeks ago? Yes, she’s a good friend of mine. Yes, I also live in a jealousymaking old house in Volksdorf called a Kaffeemühle and have two sweet dogs ….“ So ähnlich hatte ich mir meinen Dialog mit der Verkäuferin im hippen Stoff- und Wollgeschäft Purlsoho in, ja tatsächlich, Soho vorgestellt, nachdem sie mir schon freundlich zuwinkte, als ich schon 10 Minuten vor Ladenöffnung vor der Tür stand. Nachdem ich aber eine halbe Stunde später wieder kam, war der Laden voll mit deutschen Touristen und die Bedienungen waren schon gestresst und ich verwarf mein Vorhaben. Sehenswert ist der Laden allemal: Wollknäuel für 47,50 $ mit dem Namen des uruguayischen Lamas, das jetzt frieren muss oder ein Typ mit den üblichen Attributen eines Schanzenhipsters am Spinnrad … Das hatte ich zuletzt ca. 1983 bei Müttern meiner Schulfreunde in ihren ausgebauten Flintbeker Dachgeschossen gesehen.
Tauschhandel
Das ist wie früher mit den Indianern: Kolja verteilt ungroßzügig seine doppelten Panini-Bilder an die Kinder der Campingplatznachbarn und wir erhalten dafür Milch, Schokolade, Orangensaft, Feuerholz, Chemikalien, die man ins Feuer wirft, damit es bunt leuchtet, Geigendarbietungen, zentnerschwere Melonen sowie zu Dominiques Freude die ultimativen Feuer- und Barbecuetipps von Texanern. Die müssen’s ja wissen. Don’t mess with Texas.
Big Sur und die Tore des Miroslav Kloses
Das entscheidende Spiel der Gruppe H sahen wir in einer Lodge unweit unseres Campingplatzes morgens um 9 Uhr zum Frühstück (das schockt nicht, es fehlt Dunkelheit, Muße und Bier). Um uns herum zunächst nur Amerikaner, die derart patriotisch waren, dass ich mich gezwungen fühlte, zum ersten Mal seit ca. 1974 für Deutschland zu sein. Nachdem im Laufe des Spiels aber immer mehr Landsleute im Deutschland-
Trikot auftauchten (ein kleiner, hüstel, saß neben mir), wurde das immer schwieriger. Naja, nun sind beide Mannschaften weiter und alle waren froh.
Männer
Da wir in den letzten Tagen meist ohne Strom mit leeren Geräten und auch komplett ohne Netz unterwegs waren, kommen jetzt in Stapelverarbeitung noch Nachträge. Also neulich am Flughafen bei der Autovermietung: der eine lässt sich für einen fetten Aufpreis einen Wagen andrehen, der quasi mit Wasser fährt, der andere bekommt einen Nervenzusammenbruch, weil wir nicht den weißen SUV nehmen, der nebenan geparkt ist …
Ecuador-France
Halfmoon Bay
Der verschlafene Ort ist zwar nett, aber kann mit seinem Strand nicht konkurrieren. Zum Sonnenuntergang können wir Kolja dank des neuerworbenen Football-Eis zum Strandspaziergang locken. Erstmals sehen wir Pelikane, die nach Fischen tauchen und wo noch vor 2 Stunden die Surfer sich den Wellen baten, sehen wir Delphinschulen und als wir uns schon abwenden wollten zurück zu unserem Zelt schaut eine Robbe hinterher neugierig aus den Wellen.
Stinton Beach
Mount Tamalpais
Es ist Sommer, es ist Samstag, es ist schon spät Nachmittag und in den State Parks heißt es „first come, first serve“‚. Nach unserem Abstecher in Oakland gestaltet sich unsere Suche nach einem Campground nördlich von San Francisco schwierig. Nachdem wir 3 verschiedene besetzte Campgrounds angesteuert haben und uns 10 mal verfahren haben finden wir dank der Hilfe der Ranger einen Platz bei der „PanToll Ranger Station“ am Mount Tamalpais. Von hier kann man Wanderungen durch schöne Redwood wälder machen. Kolja springt glücklich von Stein zu Stein und nach einer zweieinhalbstündigen Wanderung landen wir im schönen Stinton Beach (im Schleswig-Holstein-Vergleich: Das Sylt von San-Francisco).
Super awesome!
Von San-Francisco sind wir nach Oakland gefahren, die Stadt ist nur eine Brücke entfernt (10 km) von San-Francisco dort haben wir erstmal das „Oakland Museum of California“ besucht. Die Ausstellung „Super Awesome!“
ist der Zeitschrift „Giant Robot“ gewidmet und zeigt vieles aus der low-brow und no-brow Szene: ja wieder bemalte Skateboards und kotzende Teddys.
Spaß haben wir an der „mach dir deinen fanzine selbst“ Station. Beim Kung-Fu Spiel aus den 80er sind Kolja und ich am Joystick wie festgeklebt und Anja meint: Typisch Männer. Bei der Ausstellung über die Vinyl Kultur in der Bay Area wollen Anja und ich am liebsten alle Platten klauen, die Fotos zeigen Menschen mit ihren Sammlungen und ihren Abspielgeräten.
Die ständige Ausstellung zeigt Natur und Flora sowie die Geschichte der Menschen in Kalifornien.
Was als kurzer Abstecher geplant war wurde zu einem 4 Stündigen Museumsbesuch.
Motel, California

Hier nur ein kurzer Post, wir sind gut in San-Francisco gelandet. Motel liegt am Flughafen. Auf dem Flug das Spiel Switzerland-Frankreich genossen.
Beim Car-rental das Auto abgeholt. Ich habe mir natürlich vom freundlichen Pakistanischen Verkäufer für 550$ ein Upgrade andrehen lassen. Aber hier die unschlagbaren Argumente des Verkäufers:
It is a bigger car
It feels less bumpy on the road
It is the favorite car in california
It consumes less oil (da hat er mich)
Wem es interessiert der pakistanische national-Feiertag ist am 14. August: happy independance day allen Pakistanischen Autovermieter wünsche ich schon mal im voraus!
Das war New-York
Coney Island Baby
Was ich hier immer im Ohr habe, also in dem einen Ohr (ich empfehle niemandem, mit einer Mittelohrentzündung zu fliegen. Ich empfehle überhaupt niemandem einem Mittelohrentzündung), sind Lou Reed-Songs, die passen so, an jeder Ecke fällt Dir ein anderer ein. Schade, dass er tot ist.
Da es heute so heiß war, sind wir mit der Subway nach Brooklyn an den Strand gefahren, Endstation Coney Island. Vorteil: neben der Abkühlung hat man dort noch einen trashigen und teilweise noch schön altmodischen Vergnügungspark. Super zum Leute gucken.
Dominique und ich waren vor acht Jahren schon mal hier, leider wird die Gegend langsam auch zur Gesichtslosigkeit saniert. Mit drei hässlichen Plüschtieren mehr und einem fetten Sonnenbrand (stick a fork in their ass and turn them over, they’re done) sind wir gegen Abend zurück gefahren.
Epischer Kampf
Kindertag
Ist ja eigentlich jeder Tag, aber heute ganz besonders. Zuerst gehen wir über die Fifth Avenue in den Central Park und warten darauf, dass der Zoo öffnet. der ist aber eine Enttäuschung, wenn man „Madagascar“ kennt. Ganz schön angelegt, aber kaum Tiere – kein Löwe, keine Giraffe, kein Zebra, kein Nilpferd. Ein paar Affen und Pinguine, die allerdings gar nicht stur lächeln und winken. Dann gibt es noch einen Streichelzoo vermutlich für extreme Stadtkinder mit Plastiktieren, die ihr typisches Geräusch machen, wenn man sie anfasst, Betonmammutbäumen und Schweinen, die eingecremt werden.
Danach war eigentlich wegen der Hitze ein Besuch in einem Freibad in der Upper Est Side geplant, doch das war geschlossen. herbe Enttäuschung nach den langen Fußweg dorthin. Immerhin gibt es da einen gar nicht so schlechten Wasserspielplatz mit entspannten Kindern, die erstaunlich viel dürfen – vermutlich, weil sie zu 90 % von Nannys betreut werden, die ihre Ruhe haben wollen. Grusel: Kolja schenkte mir einen künstlichen Fingernagel, vermutlich von einer dieser Nannys verloren!
Zu guter Letzt schleppten wir uns zu F. A. O. Schwartz, angeblich dem größten Spielzeuggeschäft der Welt. Ich hatte etwas Toys ‚r us-ähnliches erwartet, aber wir waren angenehm überrascht: ein toller, gut sortierter, leicht altmodischer Laden mit äußerst freundlichen Verkäufern, die ihr Geschäft verstehen. Ich hatte sofort das Bedürfnis, mir einen Plüschbären mit Schlafanzug und eine Babypuppe zu kaufen. Und das habe ich sonst nie.
Kolja hat übrigens sein Urlaubsgeld fast auf einen Schlag für – Lego ausgegeben.
Danach zu Tiffany. Nichts gekauft.









