England-Kroatien

Heute Abend schauen wir entspannt das Spiel in unserem Apartment. Tagsüber sind wir durch die Stadt gelaufen. In der Bibliothek haben wir diese Engländerin getroffen die in den 60er Jahren als Tochter eines englischen Soldat in Hamm gelebt hat.

English teacher, with an english heart

Sie ist jetzt im Freundesverein der Capetown Library, Anja hat ihr ein Afrikaans Lehrbuch abgekauft und ist somit Unterstützerin der Bibliothek. Das Daumen drücken hat leider nicht geholfen. In den Geschichtsbüchern wird stehen, dass die Truppe um Modric mit einem 2:1-Sieg über England ins Finale kamen und die Engländer in eine 50-jährige Geschichte der Trauer zurück ließen. „Football is not coming home tonight.“

Welcome to the mother city

Am Flughafen Frankfurt konnte man beobachten wie einige schon ihre Pyjamas anzogen und mit Nackenstütze in der Schlange geduldig auf dem Nachtflug nach Kapstadt warteten. Währenddessen lief eine Ansage: Der Flug nach Johannesburg sei überbucht und Freiwillige werden gesucht, die bereit wären eine Nacht länger in der schönen Stadt Frankfurt zu übernachten. Gelockt wurden die „Freiwilligen“ mit 600€ Cash, Hotel und Restaurant. Hej,Hej. Erfahren, ob die Freiwilligen gefunden worden sind, haben wir nicht, aber die Ansage lief während unserer ganzen Wartezeit. Unser Flug lief ohne Vorkommnisse. Turbulenzen über Algerien verzögerten die Essensausgabe sodass wir den sonderbaren Genuss hatten, einen Nuddelauflauf um 2 Uhr morgens zu bekommen, hej, hej. Kolja, der zwischen uns saß, schlief schnell ein, hielt uns dabei die Hand und saß im Lotussitz mit dem Kopf im Nacken. Pünktlich um 10 Uhr landeten wir in Kapstadt. Zoll war schnell erledigt. Einzige Frage war, ob wir Urlaub hier machen würden und nach Koljas Geburtsurkunde wurde verlangt. Im Flughafen steht – für eine Empfangshalle – ein seltsames Artefakt der südafrikanischen Geschichte: Die Zelle von Nelson Mandela

Südafrika

Unsere Reise führt uns dieses Jahr nach Südafrika. Erste Etappe wird Kapstadt sein von wo wir unsere Reise dann Richtung Südwesten fortsetzen werden. Zwei Tage vor dem Start ist die Aufregung groß, Kameras wurden aufgerüstet und Gepäck liegt verstreut in der Wohnung. Bleiben auch noch vier WM Spiele zu genießen, bevor wir losfliegen. Allons, Allons enfants… Ich freue mich schon auf ein mögliches Frankreich-Belgien.

Wilkommen beim KKK

Krümmler Hof? Krümmel? Da war was? Natürlich das Kern-Kraftwerk-Krümmel! Unser Hotel steht im Schatten des KKK das zwar ausgeschaltet ist dennoch kriegt mann Gänsehaut und der Wikipedia Eintrag zum KKK löst nur Kopfschütteln. Das KKK wurde auf dem Gelände der von Alfred Nobel gegründete Dynamit-Fabrik gebaut.

Hamburg-Geesthacht

Wir Packen unsere Fahrräder und unserer „Carry Freedom“ Anhänger vor den leicht skeptischen Blicken unserer Nachbarn, oder empfinde ich die nur so weil ich an dem Glücken unserer Unternehmung zweifle. In der Zeitungen wird über das Zig-Zag Sommer berichtet Orkane und andere Wetter lagen haben sogar dazu geführt das sämtliche Veranstaltungen in Hamburg abgesagt worden sind unter anderem mußte vorgestern der Dom wegen einer Unwetter Warnung geschlossen bleiben.

10Uhr wir sitzen auf unsere Fahrräder und fahren Richtung Geesthacht die Sonne scheint. Erste Pause machen wir beim Zollenspiecker fährhaus, beim Imbiss gönen wir uns ein Fischbrötchen zwischen Motorradfahrer. Den Deich entlang bis Geesthacht geht es dann gleich weiter. Kühe,Schafe,Storche und gelegentlich Pferde begleiten unsere Fahrt. Wir fahren bis zum Krümmler Hof wo uns von Anja ein Schnitzel versprochen wurde (wir jungs sind so einfach gestrickt). Das Hotel liegt gleich am Fahrradweg wir von Österreicher geführt und bittet im Restaurant allerlei Schmankerln aus der Alpen Republik.

Die Richtung stimmt

Kontrast Program zu unserer Reise nach Amerika. Das Ford Ram2500 haben wir gegen Fahrräder und Anhänger getauscht und wir streifen durch die Norddeutsche Ebene. Unsere erste Idee den Elbfahrradweg von Hamburg aus nach Magdeburg zu befahren haben wir aufgegeben und fahren stattdessen in Richtung  Rügen.

Karl May Festspiele – Western Circus goes nordisch

Ja erstmal das original und jetzt im platten Land, Indianer  und cowboys in der norddeutsche Ebene. Hinter der Kulisse Gipfelt nicht die  Sierra Nevada sondern die Giebel Einfamilienhäuser. Es ist wirklich schwierig das Urlaubsgefühl aufrecht zu halten. Die Kinder finden die wirre Rache Geschichte toll und das Publikum lacht mit, und aus der Stuntman trickkiste wird alles rausgeholt was feuer und Wums hat.

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The Deer Hunter

imageVon Clear Lake nach San-Francisco sollte es eigentlich ziemlich einfach sein. Nur die Highway 29 auf der wir angeblich waren, wird immer schmaler und die Anzahl an Autos verringert sich. Eigentlich sind wir schon seit fünfzehn Minuten alleine unterwegs. „Road narrowing next 20 miles“ steht auf einem Warnschild, dann das nächste „Slides“. Der Fahrer meint es sei alles ok, es gehe immer noch Richtung Süden, klammert sich ans Lenkrad und fährt eine Kurve nach der anderen in einer immer unwirklicher wirkenden Landschaft. Die Navigatorin erzählt über ähnliche Erfahrungen als Kind als die Eltern sich in der Schleswig-Holsteinische Wüste verirrten und die dabei erlebten Todesängste. Dies untergräbt die Zuversicht des Fahrers und lässt unseren Passagier in Panik ausbrechen. War da bei der letzten Kurve ein Pick-up und vier mit Gewehren bewaffneten grimmigen Gestalten? Nächstes Warnschild „Road impassable during high water“ wir sind definitiv nicht auf einer Autobahn. Anja meint, man solle nach dem Weg fragen. Der Fahrer entscheidet sich dagegen bewaffnete Menschen nach dem Weg zu fragen (zu viele Filme gesehen). Ein Paar Kurven später stehen am Straßenrand vier weisse Busse, Anja meint „FBI“ (auch zu viele Filme gesehen). Letzendlich fragen wir doch nach dem Weg. Der bärtige Tarnanzugträger lacht, als wir sagen, dass wir nach San-Francisco wollen und meint, wir seien schon auf dem richtigen Weg. Wir fragen noch, was er jagen würde. „Deer“ antwortet er. Es stellt sich heraus, dass der Jäger anscheinend nicht wusste, wo er war, wir totzdem auf dem richtigen Weg waren. In den Nachrichten erfuhren wir später, dass an dem Tag davor die Jagd eröffnet wurde und dort, wo wir waren (nördlich vom Lake Beryessa, um genau zu sein) ein siebzigjähriger Jäger von seinem Sohn angeschossen wurde.