The Deer Hunter

imageVon Clear Lake nach San-Francisco sollte es eigentlich ziemlich einfach sein. Nur die Highway 29 auf der wir angeblich waren, wird immer schmaler und die Anzahl an Autos verringert sich. Eigentlich sind wir schon seit fünfzehn Minuten alleine unterwegs. „Road narrowing next 20 miles“ steht auf einem Warnschild, dann das nächste „Slides“. Der Fahrer meint es sei alles ok, es gehe immer noch Richtung Süden, klammert sich ans Lenkrad und fährt eine Kurve nach der anderen in einer immer unwirklicher wirkenden Landschaft. Die Navigatorin erzählt über ähnliche Erfahrungen als Kind als die Eltern sich in der Schleswig-Holsteinische Wüste verirrten und die dabei erlebten Todesängste. Dies untergräbt die Zuversicht des Fahrers und lässt unseren Passagier in Panik ausbrechen. War da bei der letzten Kurve ein Pick-up und vier mit Gewehren bewaffneten grimmigen Gestalten? Nächstes Warnschild „Road impassable during high water“ wir sind definitiv nicht auf einer Autobahn. Anja meint, man solle nach dem Weg fragen. Der Fahrer entscheidet sich dagegen bewaffnete Menschen nach dem Weg zu fragen (zu viele Filme gesehen). Ein Paar Kurven später stehen am Straßenrand vier weisse Busse, Anja meint „FBI“ (auch zu viele Filme gesehen). Letzendlich fragen wir doch nach dem Weg. Der bärtige Tarnanzugträger lacht, als wir sagen, dass wir nach San-Francisco wollen und meint, wir seien schon auf dem richtigen Weg. Wir fragen noch, was er jagen würde. „Deer“ antwortet er. Es stellt sich heraus, dass der Jäger anscheinend nicht wusste, wo er war, wir totzdem auf dem richtigen Weg waren. In den Nachrichten erfuhren wir später, dass an dem Tag davor die Jagd eröffnet wurde und dort, wo wir waren (nördlich vom Lake Beryessa, um genau zu sein) ein siebzigjähriger Jäger von seinem Sohn angeschossen wurde.

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