Im letzten Moment haben wir es in Kernville doch noch geschafft, dass selbst heraus zu finden. Dominique ist durch den ganzen Ort gelaufen, um eine Kneipe zu finden, wo wir das Spiel sehen können. Der Italiener zeigt es nicht, die beiden Sportsbars sind erst ab 21 Jahren zugänglich … Kurz vor Anpfiff gelingt es ihm, ein auch noch sehr angenehmes Microbrew-Restaurant zu finden, dass das Finalspiel zeigt. Amerikaner können zumindest zwei Dinge nicht: Bierbrauen und Fußball gucken. Während der süße Bierbrauer Säcke mit Aufschriften wie Dextrose, Hydrogencarbonat, Glutamat oder so ähnlich in einem Kessel wirft und umrührt, schauen die anderen Besucher das Spiel sehr nebenbei: Klatschen für jeden, freuen sich stöhnend über jeden Zusammenstoß und jedes Foul, klatschen, wenn der Ball über die Torlatte fliegt (es ist kein Football) und gehen tatsächlich nach der regulären Spielzeit! Nach Schlusspfiff wird umgeschaltet zu einem Baseballspiel, so dass wir die jubelnden Spieler, die Pokalübergabe und Angies Umarmungen gar nicht sehen können. Kein kollektiver Siegesrausch im Lokal, wir gehen raus ins gleißende Sonnenlicht und in unser heißes Auto, suchen einem Campingplatz und baden in einem Fluss. Nachts ist es superruhig. Wenn ich an die WM 1990 denke, bin ich froh, dass ich hier bin.