Schön mit dem Auto bis zum Parkplatz an der Grenze fahren, nach Mexico dürfen wir mit unserem Mietwagen ja nicht, dann zu Fuß
‚rüber spazieren und den Mexikanern drüben nach der Schlappe gegen die Niederlande gestern ’ne lange Nase zeigen, dann ein gepflegtes Cerveza in einer Bar trinken und dabei das Spiel Deutschland gegen Algerien sehen, so hatte ich mir dieses Tag vorgestellt. Dier Plan wurde zuerst von Kolja durchkreuzt, der unbedingt sein am Wochenende in einem Thriftstore – wahrend ich auf dem Klo war – erworbenes Mexiko-Trikot anziehen musste. Der Rest des Plans ging dann auch nicht auf, zumindest der Grenzbereich Tijuanas ist voll hässlich, voller bettelnder Junkies und komischer „Apotheken“, die Prozac, Viagra usw. vermutlich spottbillig und rezeptfrei verkaufen. Wir hatten dann schnell keine Lust mehr, weiter zu laufen und ständig angequatscht zu werden und unser kleiner Mexikaner wollte nach einem hygienisch fragwürdigen Eis und Nachos schnellstens nach Hause, was in diesem Urlaub normalerweise Hamburg heißt, diesmal aber U.S.A. bedeutete ….
Also zurück. Wir hatten die kilometerlange Schlange Richtung Amerika zwar schon auf dem Hinweg bemerkt, aber die würde sich doch nach unserem entspannten Tag in Tijuana aufgelöst haben, dachten wir ja vor einer dreiviertel Stunde . . . Oder es würde ja wohl eine ganz kurze Schlange für EU-Bürger geben …Ein Busfahrer koberte uns mit der Aussage, er würde uns in 40 Minuten über die Grenze bringen, während wir in der Fußgängerschlange sicher zwei Stunden brauchen würden. Ja klar, machten wir. Aus unerfindlichen Gründen wurde aber irgendwann die Busschlange geschlossen, der Fahrer verschwand und wir waren in einem kleinen Bus eingesperrt, während die Fußgänger an uns vorbei marschierten. Nach wirklich sehr langer Zeit durften wir aus dem Bus und uns in die Fußgängerschlange einreihen und nach weiteren Stunden waren wir wieder in God’s own country. Inzwischen war der Tag vorbei. Auf dem Weg zurück zum Campingplatz entdecken wir einen tollen und billigen mexikanischen Supermarkt, wo es alles gibt, was wir eigentlich drüben kaufen wollten.