Die Hälfte des Urlaubs ist schon vorbei. Stilecht haben wir dieses Ereignis am vergangenen Dienstag in den Bergen im Sequoia Nationalpark begangen. Es folgt eine Liste der Sachen, die wir bisher gekauft haben (und zu 10 % auch brauchten).
Oregons Gewässer
Mount Lassen
In Arbeit
Lucky Luke am Lagerfeuer
Ghost Rider
Dominator
In Fresno gesehen.
Hat jemand ’ne Ahnung, wer Weltmeister geworden ist?
Im letzten Moment haben wir es in Kernville doch noch geschafft, dass selbst heraus zu finden. Dominique ist durch den ganzen Ort gelaufen, um eine Kneipe zu finden, wo wir das Spiel sehen können. Der Italiener zeigt es nicht, die beiden Sportsbars sind erst ab 21 Jahren zugänglich … Kurz vor Anpfiff gelingt es ihm, ein auch noch sehr angenehmes Microbrew-Restaurant zu finden, dass das Finalspiel zeigt. Amerikaner können zumindest zwei Dinge nicht: Bierbrauen und Fußball gucken. Während der süße Bierbrauer Säcke mit Aufschriften wie Dextrose, Hydrogencarbonat, Glutamat oder so ähnlich in einem Kessel wirft und umrührt, schauen die anderen Besucher das Spiel sehr nebenbei: Klatschen für jeden, freuen sich stöhnend über jeden Zusammenstoß und jedes Foul, klatschen, wenn der Ball über die Torlatte fliegt (es ist kein Football) und gehen tatsächlich nach der regulären Spielzeit! Nach Schlusspfiff wird umgeschaltet zu einem Baseballspiel, so dass wir die jubelnden Spieler, die Pokalübergabe und Angies Umarmungen gar nicht sehen können. Kein kollektiver Siegesrausch im Lokal, wir gehen raus ins gleißende Sonnenlicht und in unser heißes Auto, suchen einem Campingplatz und baden in einem Fluss. Nachts ist es superruhig. Wenn ich an die WM 1990 denke, bin ich froh, dass ich hier bin.
Fire and rescue
So heißt der „Planes 2“-Film im Untertitel, der am 18. Juli hier in den Kinos anläuft. Den müssen wir natürlich sehen, zumal sich jede Feuerwehr hier in der wirklich waldbranderprobten Gegend rühmt, dass ein Walt Disney-Team bei ihnen vorbei geschaut hat, um zu recherchieren. Und jede Lokalzeitschrift entdeckt in jedem Charakter den örtlichen Waldbrandspezialisten. Auf dem Weg vom Death Valley zum Lake Isabella in der Eastern Sierra sehen wir schon viele Hubschrauber mit einem Schlauch unten dran, die sich als Feuerlöschhubschrauber herausstellen und genau vor unserem Zeltplatz am See Wasser aus dem schon recht ausgetrockneten Gewässer zu saugen, um einem Brand in den Bergen zu löschen. Am nächsten Tag picknicken wir am Kern-River, neben uns erholen sich Jungs der Freiwilligen Feuerwehr von ihren nächtlichen Einsätzen, die ganze staubtrockene, waldreiche Holzhausgegend dankt den Firemen auf Bannern und Schildern. Absurd: Obwohl das Wasser schon reglementiert ist und auf dem Campingplatz nicht mehr geduscht werden darf, ist das Abbrennen der obligatorischen Campinglagerfeuer erlaubt.
Death Valley
Wir überqueren diese unwirkliche Landschaft bei 120 Grad Fahrenheit. Es ist außerdem der geographische Tiefpunkt unserer Reise. Die Ranger schütteln den Kopf als zwei Italiener ihren Plan in der Wüste zu hiken ihnen unterbreiten. Die Ranger nehmen ihre Daten auf und lassen sie ziehen.
Habe ich schon erwähnt: es ist verdammt heiß.
Global warming? What global warming?
Als Organisation (das Heartland Institute) das die globale Erwärmung in Frage stellt oder Phillip Morris unterstützt, um zu beweisen, dass Zigaretten die Gesundheit in keinster Weise beeinträchtigen würde ich auch eine Klima-Konferenz im Mandalay Bay Casino, das unter anderem ein Hai-Riff beherbergt, in der Wüste Nevadas organisieren. Ist doch logisch.
Red Rock Canyon
Circus Circus
3 Tage Las Vegas und man fängt an, an der Wirklichkeit zu zweifeln. Als wir erschöpft von der Stadt auf unserem Bett Chips-essend sitzen und die Gewitterblitze über der Mojave Wüste bewundern, schöpft Anja Verdacht, dass die gar nicht echt und von den Hotels orchestrierte Projektionen seien. Kolja meint, es spricht dafür, da es trotz Gewitters keinen Regen gibt. Als wir in einer Lobby die New-York Knicks Basketballer treffen fragt Kolja ob sie echt sind und als wir im Venetian erschöpft von lauter Fake-Gassen und -Kanälen nach dem Ausgang suchen lassen wir uns von einem Himmel Trompe-l’oeil düpieren und merken erst nach ein paar Sekunden, dass wir den Ausgang nicht erreicht haben. Das Éclair au chocolat unterm Eiffelturm schmeckt vorzüglich, zum Glück sind die Stühle aus Plastik sonst würde ich wanken.
Und als ob es nicht reichen würde, gewinnt Deutschland 7-1 gegen Brasilien. Während des Spieles klopft es an der Zimmertür: ein Mann sucht seinen Vater er ist nicht mein Sohn. Nach dem Spiel klopft es wieder, es ist unser chilenischer Zimmernachbar, der zum Sieg gratuliert und dankt im Namen des chilenischen Volkes für die stellvertretende Revanche auf die Seleção . Ich glaube, wir werden noch an einer der Sauerstoff-Bars die es hier gibt, noch Sauerstoff tanken müssen.

Das schwierigste Eis
Joshua Tree
Unser erster Nationalpark. Leider ohne passende U2-Musik. Da wir noch in andere wollen, haben wir uns gleich eine Jahreskarte für alle gekauft. Die Hitze ist der Hammer, trotzdem halten wir immer mal wieder für kurze Fotostops oder Spaziergänge. Die Landschaft wechselt, auch wenn es erstmal wirkt wie eine unwirtliche Wüste. Kakteenhaine, unterschiedliche Gesteinsstrukturen, Sandwüsten, Yuccapalmen, Joshuatrees, stachelige Büsche, riesige Steine, die aussehen, als ob sie von jemanden aufeinander gestapelt wurden, hohe Berge, von denen man auf den Andreas-Graben sehen kann. Zu Koljas Enttäuschung sehen wir nur irgendwelche Wüstenmäuse namens Kängururatten und ein paar Eidechsen. Bei einem immerhin etwas längeren Wanderung zu einer Wasserstelle (natürlich ausgetrocknet) verlaufe ich mich prompt mit Kolja so 500 m vom Parkplatz entfernt mit nur noch einem Schluck Wasser, ohne Mützen und Karte. Glücklicherweise rettete uns – natürlich – eine holländische Familie und schließlich Kolja, der, während ich schon hysterisch wurde, ganz cool den Fußspuren anderer Wanderer nachging. Am Parkplatz trafen wir dann auch Dominique wieder, der nur einen kurzen Schlenker anders gemacht hatte als wir und jetzt leider ohne Wasser und Autoschlüssel genauso aufgeschmissen war und schon auf der Suche nach uns war. Gefährliche Wüste.
Trader’s Joe
Viele kennen diese Marke sicher als Label, unter dem Aldi Nord Erdnüsse, Donuts und alles andere, was entfernt an Amerika erinnert, verkauft. Hier sind es ganze Läden, die so heißen und die seit einigen Jahren tatsächlich der Albrecht-Familie gehören. Aber vom deutschen Aldi-Konzept sind sie vordergründig zumindest weit entfernt, abgesehen von den günstigen Preisen: Es gibt vor allem organic, wholefood und andere politisch korrekte Produkte sowie Delikatessen in total hübschen Verpackungen, so dass ich viele Sachen nur kaufen möchte, weil sie so schön verpackt sind (das HEMA-Prinzip). Und dazu noch gesund (das Alnatura-Prinzip). Darüber hinaus stehen wie überall im Serviceland Amerika viele nette Mitarbeiter zur Verfügung, die WerbeSchilder sind handgeschrieben, die Waren werden in gemütlich wirkenden Holzregalen präsentiert, einiges auch aus Kisten, die aber auch gestylt wirken und es gibt zusätzliche Gimmicks wie Kinderbetreuung oder Charityaktionen.
110 Fahrenheit


Für Palm Springs gibt es keine norddeutschen Vergleiche mehr, das verhindern schon die Temperaturen, der Motelpool kühlt auch nicht mehr, und als die Temperaturen auf 96 Fahrenheit drohen zu sinken und 0,03 l Regen fallen könnten, wird hier in den Lokalnachrichten vom schlechten Wetter berichtet. Wir schleppen uns von einem kühlen Ort zum nächsten. Die Straßen werden mit Duschen gekühlt und in 3000 Meter Höhe ist es immer noch 70 Grad F warm ( angenehme 21 Grad Celsius). Gestern hat Kolja ein Nervenzusammenbruch erlitten, nachdem Deutschland Frankreich geschlagen hatte und ich ihm erklären wollte daß er sowohl Deutscher als auch Franzose sei.

Zu Fuß nach Mexico
Schön mit dem Auto bis zum Parkplatz an der Grenze fahren, nach Mexico dürfen wir mit unserem Mietwagen ja nicht, dann zu Fuß
‚rüber spazieren und den Mexikanern drüben nach der Schlappe gegen die Niederlande gestern ’ne lange Nase zeigen, dann ein gepflegtes Cerveza in einer Bar trinken und dabei das Spiel Deutschland gegen Algerien sehen, so hatte ich mir dieses Tag vorgestellt. Dier Plan wurde zuerst von Kolja durchkreuzt, der unbedingt sein am Wochenende in einem Thriftstore – wahrend ich auf dem Klo war – erworbenes Mexiko-Trikot anziehen musste. Der Rest des Plans ging dann auch nicht auf, zumindest der Grenzbereich Tijuanas ist voll hässlich, voller bettelnder Junkies und komischer „Apotheken“, die Prozac, Viagra usw. vermutlich spottbillig und rezeptfrei verkaufen. Wir hatten dann schnell keine Lust mehr, weiter zu laufen und ständig angequatscht zu werden und unser kleiner Mexikaner wollte nach einem hygienisch fragwürdigen Eis und Nachos schnellstens nach Hause, was in diesem Urlaub normalerweise Hamburg heißt, diesmal aber U.S.A. bedeutete ….
Also zurück. Wir hatten die kilometerlange Schlange Richtung Amerika zwar schon auf dem Hinweg bemerkt, aber die würde sich doch nach unserem entspannten Tag in Tijuana aufgelöst haben, dachten wir ja vor einer dreiviertel Stunde . . . Oder es würde ja wohl eine ganz kurze Schlange für EU-Bürger geben …Ein Busfahrer koberte uns mit der Aussage, er würde uns in 40 Minuten über die Grenze bringen, während wir in der Fußgängerschlange sicher zwei Stunden brauchen würden. Ja klar, machten wir. Aus unerfindlichen Gründen wurde aber irgendwann die Busschlange geschlossen, der Fahrer verschwand und wir waren in einem kleinen Bus eingesperrt, während die Fußgänger an uns vorbei marschierten. Nach wirklich sehr langer Zeit durften wir aus dem Bus und uns in die Fußgängerschlange einreihen und nach weiteren Stunden waren wir wieder in God’s own country. Inzwischen war der Tag vorbei. Auf dem Weg zurück zum Campingplatz entdecken wir einen tollen und billigen mexikanischen Supermarkt, wo es alles gibt, was wir eigentlich drüben kaufen wollten.
San Diego Padres

Gestern wollten wir in der Stadt bummeln gehen und kamen am Petco Baseball Stadion vorbei ein Mann schenkte uns gleich eine Karte für das Spiel Padres San Diego gegen Cincinnati Reds. Kolja und ich haben uns dann den Spiel angeschaut…eigentlich einen Teil des Spiels, das anscheinend schon seit zwei Tagen lief. Anja kommt nach einem Abstecher im Gaslight District mit einer verbilligte Karte rein („Do you want to see the game or just shop?“ – im Stadion gibt es nämlich jede Menge Läden und Restaurants) Am Ende gewinnen die Los Padres, die Leute stehen auf und wir haben nicht mal verstanden, dass das Spiel vorbei ist. Kolja fand es ziemlich spannend und fing auch auf Anweisungen des Stadionsprechers an zu tanzen.


















