Was ich hier immer im Ohr habe, also in dem einen Ohr (ich empfehle niemandem, mit einer Mittelohrentzündung zu fliegen. Ich empfehle überhaupt niemandem einem Mittelohrentzündung), sind Lou Reed-Songs, die passen so, an jeder Ecke fällt Dir ein anderer ein. Schade, dass er tot ist.
Da es heute so heiß war, sind wir mit der Subway nach Brooklyn an den Strand gefahren, Endstation Coney Island. Vorteil: neben der Abkühlung hat man dort noch einen trashigen und teilweise noch schön altmodischen Vergnügungspark. Super zum Leute gucken.
Dominique und ich waren vor acht Jahren schon mal hier, leider wird die Gegend langsam auch zur Gesichtslosigkeit saniert. Mit drei hässlichen Plüschtieren mehr und einem fetten Sonnenbrand (stick a fork in their ass and turn them over, they’re done) sind wir gegen Abend zurück gefahren.
Epischer Kampf
Kindertag
Ist ja eigentlich jeder Tag, aber heute ganz besonders. Zuerst gehen wir über die Fifth Avenue in den Central Park und warten darauf, dass der Zoo öffnet. der ist aber eine Enttäuschung, wenn man „Madagascar“ kennt. Ganz schön angelegt, aber kaum Tiere – kein Löwe, keine Giraffe, kein Zebra, kein Nilpferd. Ein paar Affen und Pinguine, die allerdings gar nicht stur lächeln und winken. Dann gibt es noch einen Streichelzoo vermutlich für extreme Stadtkinder mit Plastiktieren, die ihr typisches Geräusch machen, wenn man sie anfasst, Betonmammutbäumen und Schweinen, die eingecremt werden.
Danach war eigentlich wegen der Hitze ein Besuch in einem Freibad in der Upper Est Side geplant, doch das war geschlossen. herbe Enttäuschung nach den langen Fußweg dorthin. Immerhin gibt es da einen gar nicht so schlechten Wasserspielplatz mit entspannten Kindern, die erstaunlich viel dürfen – vermutlich, weil sie zu 90 % von Nannys betreut werden, die ihre Ruhe haben wollen. Grusel: Kolja schenkte mir einen künstlichen Fingernagel, vermutlich von einer dieser Nannys verloren!
Zu guter Letzt schleppten wir uns zu F. A. O. Schwartz, angeblich dem größten Spielzeuggeschäft der Welt. Ich hatte etwas Toys ‚r us-ähnliches erwartet, aber wir waren angenehm überrascht: ein toller, gut sortierter, leicht altmodischer Laden mit äußerst freundlichen Verkäufern, die ihr Geschäft verstehen. Ich hatte sofort das Bedürfnis, mir einen Plüschbären mit Schlafanzug und eine Babypuppe zu kaufen. Und das habe ich sonst nie.
Kolja hat übrigens sein Urlaubsgeld fast auf einen Schlag für – Lego ausgegeben.
Danach zu Tiffany. Nichts gekauft.
Liberty Island-Istanbul Grill

Wir haben die Neun-Uhr Fähre nach Liberty-Island genommen. Das bedeutet auch zweimal „Airport like control“ und Rucksack Abgabe mit Daumenscan.
Die Dame sieht von unten ziemlich streng aus, leider kommen wir nicht bis zur Krone das ist schon 6 Monate im Voraus ausgebucht. Viele Park Rangers kümmern sich hier, mangels wilder Tiere, um die Touristen. Don’t feed the wild animals steht hier auf eine Tafel aber nicht mal eine Möwe haben wir auf Liberty Island gesehen. Das erste Tier das wir bewusst wahrnehmen ist ein Eichhörnchen der im Battery Park vor Koljas Füße flüchtet.
Hier bleiben wir eine Weile, da eine Fontäne seinen Spieltrieb erweckt hat und seine Beinschmerzen vom zu vielen Laufen verflogen sind.
Wir nehmen dann die U-Bahn Richtung Norden zur High Line.
Wir laufen an verschiedene Pubs vorbei während drinnen Deutschland-Portugal läuft von Tür zu Tür scheinen die Deutschen ein neues Tor geschossen zu haben. Wir kehren endlich im „Istanbul Grill“ ein, wo wir noch das vierte Tor der Deutschen bejubeln können. Kolja ist ein Fan und sein Enthusiasmus ist ansteckend. Irgendwann zwischen 3. und 4. Tor wird Angela Merkel im Publikum gezeigt und Kolja schreit auf: „Merkel, Angela Merkel…sie trägt eine Brille“. Ich werde bei der selektiven Wahrnehmung von Sechsjährigen nicht wirklich schlau.
Bryant Park
Der Park ist ein gelungenes Beispiel für Stadtplanung mittels Bürgerbeteiligung und natürlich den richtigen Sponsoren. War er vor 20 Jahren noch ein siffiges Stück, in dem sich nur Dealer wohlfühlten, ist er heute eine Oase mitten in der Stadt und glücklicherweise auch gleich um die Ecke unserer Wohnung. Man hat die Parkfläche auf das Straßenniveau gebracht, um den Park nicht von den Passanten zu trennen, sondern den Übergang von Arbeit zur Freizeit, von Bewegung zu Ruhe fließend zu machen. Im Park selbst sorgen viele Tische und Stühle ohne Konsumzwang dafür, es sich dort heimisch zu machen. Es gibt Kurse wie Stricken, Yoga, Pilates, Sprachen usw., einen Bouleplatz und eine winzige Golfanlage und einen Kubb- Platz, einen Brunnen, ein Karussell und jede Menge Veranstaltungen. Alles ist kostenlos und meist von Anwohnern organisiert. Die angrenzende public library hat Bücher und Zeitschriften zur Verfügung gestellt, die man einfach nehmen kann, um sie im Park zu lesen, ebenso kann man Spiele ausleihen und dort gleich spielen. Dirk Kienscherf from SPD Hamburg-Hamm, look at this! Hiermit ist unsere Reise beendet, wir bleiben den Sommer über hier.
Worldcup here!
Was macht man in New-York wenn Fussball Weltmeisterschaft ist?
Ausschau halten welche Kneipen „Worldcup here“ anbieten oder den einzigen Panini-Bilder Sammlers New-York finden. Den haben wir dank Anjas Organisationstalent auch auffindig gemacht. Der hatte eine Tauschbörse im Bryant Park organisiert. Wir waren auch die ersten die seinem Aufruf gefolgt sind. Dies wurde wahrscheinlich wenn der Preis eines Hamburg-New York-Tickets hinzugerechnet wird zu einer der teuersten Panini-Tauschaktion und dies trotz der überzeugten und wiederholten Behauptung unseren New-Yorker Tauschpartners „this saves money, real money“.
Den Rest des Nachmittags im Park verbracht und versucht bis 20 Uhr wach zu bleiben aber im Hotel nach der ersten Halbzeit von Argentinia vs. Cameroon also um19 Uhr war keiner von uns mehr wach.
Jetlag
Kindern scheint eine Zeitverschiebung ja überhaupt nichts auszumachen. Kolja protestierte am ersten Abend topfit, um 19 Uhr ins Bett zu gehen, während wir überhaupt nicht mehr konnten, und wachte am nächsten Morgen fast ganz normal um 7 Uhr oder so auf. Er verstehe das ganze Gerede um den Zeitunterschied auch gar nicht, die Zeit fühle sich doch genau so an wie in Deutschland.
jetzt geht es los!
Was mann so nimmt…
Abschied von Fleischig

Heute haben wir Fleischig der Kita vermachtet. Auf dem Weg haben wir dem letzten überlebenden der grünen Gattung eine Hummel die in unserem Treppenhaus an einen Hitzeschlag verendet oder ihren ermüdenden Kampf gegen die Schwerkraft verloren hatte zu essen gegeben.
Wir wünschen Fleischig alles gute für die Zukunft. Für mich hieß es auch mit den Kita Erzieher Abschied zu nehmen…passt gut auf Fleischig auf und euch alles gutes für jetzt und natürlich die Zukunft.
Was nimmt man mit auf so einer Reise?
Die flapsige Antwort: „so wenig wie möglich“.
Danke, Lucky Luke

Weatherforecast
Jetz macht es schon Sinn, nach dem Wetter für die nächste Woche in New York zu schauen.
Sieht gut aus.
Western Circus
So… die Domain ist jetzt reserviert. Westerncircus.de soll unserer Reiseblog heißen.
Mach da nichts kaputt, dooh!
Ja, sie sind noch da. Und da ich nichts in der Wohnung machen kann, außer hier wichtig am Laptop zu sitzen, schreibe ich noch mal:
Inzwischen ist es uns mit Hilfe von Interpol gelungen, der betrügerischen italienischen Firma mittels Interpol und einer E-Mail das Handwerk zu legen: Wir haben das Geld für die horrende Bearbeitungsgebühr für unsere Visa Waiver zurückbekommen, allerdings auch für dieses Papier selbst. Ob das jetzt noch gültig ist? Wir müssen ein neues beantragen und fallen den amerikanischen Behörden bestimmt schon durch besondere Doofheit auf.

Apropos:
Wo sind meine Schuhe? (Dachdecker)
Bis zum nächsten Mal (Klempner)
Name gesucht
Wahrend hier vier Handwerker unsere Wohnung endgültig demolieren, denke ich immer noch über einen guten Namen für dieses/diesen/diese Blog nach:
Erstmal denke ich darüber nach, ob es der die oder das ist.
Und dann: Der Name muss natürlich obercool sein, leicht zu merken, tausend Klicks pro Minuten provozieren ..
Kolja ist für „Sommer Raclette“, Dominique für irgendwas Japanisches und ich für Area 52, was aber schon an einen österreichischen Flippervereinigung sowie einem Elchbecherhersteller vergeben ist.
Nur noch 4 Wochen bis zum Reisebeginn!
Flugtickets und Auto sind gebucht, abends werden Reisebücher sehnsüchtig studiert, die Spannung steigt.


